Galapagos Nationalpark & Meeresreservat

Seelöwen
Pinnacle Rock
Meeriguana
Maskentölpel

1959 wurden fast 97 % der Galapagos Inseln, d.h. eine Fläche von 799.540 ha, zum Nationalpark erklärt. 1979 wurde der Galapagos Nationalpark zudem, aufgrund der Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität seiner Flora und Fauna, von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt um ihn als Bestandteil des Welterbes der ganzen Menschheit zu erhalten. Im Jahr 2002 wurden die Feuchtgebiete im Süden der Insel Isabela um die Bucht von Puerto Villamil als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung (RAMSAR), erklärt. Die Höhe der Inseln bewegt sich von Meereshöhe bis zum Gipfel des höchsten Berges, dem Vulkan Wolf im Norden der Insel Isabela mit 1.707 m Höhe, und weist durchschnittliche Jahrestemperaturen von 19 bis 26 °C von Mai bis Dezember und 31 bis 33 °C von Januar bis Mai auf.

Das Galapagos-Archipel liegt rund 1.000 km westlich vor dem Ecuadorianischen Festland im Pazifik und besteht aus 7 großen Inseln mit einer Fläche von über 100 Quadratkilometer:

Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs und noch heute eine der vulkanisch aktivisten Regionen der Erde (Hotspot).

Es gibt drei ökologische Lebensräume auf den Galapagos-Inseln. Die erste ist die Küstenzone, in der vor allem Pflanzen und Tiere leben welche die Nähe zum Meer brauchen. Die zweite ist die Trocken- und Übergangszone, gekennzeichnet durch lange Dürreperioden und geringe Feuchtigkeit, in der Tiere und Pflanzen leben, die lange Zeiträume ohne Wasser überstehen können, und die dritte Zone bildet das feuchte Hochland. Auch hier kann es manchmal zu Trockenphasen kommen, in der Regel sind die Pflanzen und Tiere aber an reichhaltige Feuchtigkeit angepasst.

Innerhalb dieser Lebensräume sind 560 Pflanzenarten, davon 180 endemisch, heimisch. Weitere 700 Pflanzenarten wurden im Laufe Besiedelung der Inseln eingeführt. Große Teile der einheimischen Flora und die Vorfahren der endemischen Flora unterlagen unterschiedliche Mechanismen der natürlichen Selektion und Evolution. Ein Beispiel ist der Gigantismus auf der Insel, wie z. B. der Pappobolus der sich in Galapagos von einer krautigen Pflanze zu 15 verschiedenen Arten, vom Strauch bis zum Baum, entwickelt hat. Weitere endemische Pflanzen sind der Galapagos-Balsambaum, der Galapagos-Baumfarn, der Galapagos-Säulenkaktus, die Galapagos-Baumwolle, die Galapagos-Passionsblume, die Galapagos-Tillandsie (die einzige Bromelienart der Insel) und das Galapagos-Sesuvium, welches in den kühleren Monaten einen roten und in den wärmeren Monaten einen grünen Pflanzenteppich bildet. Von den 14 Orchideenarten auf den Inseln sind sechs endemisch.

Meeresschildkröte
Galapagos Riesenschildkröte mit Naturführer
Galapagos Albatrosse auf Espanola
Landiguana auf der Insel Plaza

Das besondere an der Fauna der Galapagos-Inseln sind nicht so sehr die endemischen Arten, – obwohl es schon faszinierend ist, da alle Tierarten der Inseln ursprünglich vom Südamerikanischen Kontinent stammen und viele in endemische Arten evolutioniert sind – sondern vielmehr, dass man den Tieren im Nationalpark so nah kommen kann, ohne dass diese auch nur das geringste Zeichen von Furcht oder Unwohlsein zeigen; und dass obwohl sich diese in (zumindest) tausenden von Jahren ohne Kontakt zum Menschen und ohne jegliche natürliche Angst vor dem gefürchteten Jäger und Sammler entwickelt haben. Es ist ein ungewohnt beeindruckendes Erlebnis mit Seelöwen, Meeresschildkröten und Haien (!) zu schnorcheln, neben Meerechsen, Pelikanen und Blaufußtölpeln sitzend den Sonnenuntergang zu genießen, umgeben von Darwinfinken, Spottdrosseln und Neuweltfliegenschnäpper durch den Trockenwald zu spazieren, während Lavaechsen über den Weg huschen, oder im feuchten Hochland nach Rubintyrannen und den berühmten Riesenschildkröten Ausschau zu halten. Insgesamt gibt es 17 Säugetierarten, 152 Vogelarten und 22 Reptilienarten auf den Inseln zu entdecken.

Darwinfink auf Galapagos

Heute sind fast 4 % der Inselfläche bewohnt, mit Ortschaften auf vier der Inseln: San Cristobal mit dem Hafen Puerto Baquerizo Moreno welcher auch die Provinzhauptstadt ist, Santa Cruz mit der größten Stadt des Archipel, Puerto Ayora (ca. 15.000 Einwohner), Isabela mit dem Hafen Puerto Villamil (ca. 2000 Einwohner), Floreana (ca. 120 Einwohner) mit dem Hafen Puerto Velasco Ibarra und schließlich der Insel Baltra auf welcher sich lediglich ein Flughafen und eine kleine Station der Marine befinden. Während man die Orte und das bewohnte Gebiet frei besuchen kann, ist der Nationalpark nur in einer Tour mit einem Nationalparkführer zugänglich. Hier kann man zwischen Kreuzfahrten mit Landgängen oder Reisen mit Hotelübernachtungen und Tagesausflügen wählen.

Im Jahr 1996 wurde das Seegebiet um das Galapagos-Archipel von der Ecuadorianischen Regierung zum Meeresreservat und 2001 zusätzlich von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Galapagos ist das erste Meeresreservat von Ecuador und mit seiner Größe von 138.000 km² das zweitgrößte Meeresreservat der Erde; es erreicht Tiefen von bis zu 4.000 m. Die wichtigsten kühlen Meeresströmungen in dem Gebiet sind der Äquatoriale Tiefenstrom (Cromwell-Strom; 17 bis 18°C) und der Perustrom (Humboldtstrom) die beide kaltes nährstoffreiches Wasser zu den Inseln bringen, sowie der Südäquatorialstrom (18 bis 22°C); die wichtigsten warmen Meeresströmungen sind der Nordäquatorial-Gegenstrom (25 bis 28°C) und der Panamastrom. Aufgrund der schwankenden Stärke der Strömungen über das Jahr beträgt die Wassertemperatur um das Galapagos-Archipel 20 bis 22 °C von Juni bis November und 24 bis 26 °C von Dezember bis Mai.

Galapagos Pinguine
Schnorcheln mit Seelöwen
Die namensgebenden Füsse des Blafusstölpels
Flamingo

Dank der nährstoffreichen Strömungen findet sich mit 2.909 registrierten Arten, davon rund 18,2 % endemisch, eine sehr große Vielfalt an Meeresbewohnern rings um die Inseln. Die Pflanzenfresser ernähren sich vor allem von Plankton, Algen und Mangroven, und dienen wiederum als Nahrungsgrundlage für die Fischfresser.

Mit etwas Glück kann man bei den Überfahrten zwischen den Inseln oder bei Tauch- und Schnorchelgängen einige der größeren Bewohner des Meeresreservats entdecken: Seelöwen, Galapagos-Seebären, Große Tümmler, Blau-Weiße Delfine (Streifendelfin), Rundkopfdelfine, Ostpazifische Delfine, Edenwale, Orcas, Buckelwale, Meeresschildkröten, Rochen und einige der 29 heimischen Haiarten, wie den Galapagoshai und den Weissspitzenhundshai in flacherem und den Hammerhai und den Walhai in tieferen Gewässern (vor allem im Norden bei den Inseln Wolf und Darwin). Dazu kommen neben den Haien und Rochen natürlich die vielen bunten tropischen Fische. Bisher sind 447 Fischarten registriert, davon 11,4 % endemisch.