Essen & Trinken

Ceviche
Mandel Garnelen
Süßspeisen aus heimischen Früchten
Restaurant Theatrum Quito

Kulinarische Spezialitäten aus den Küchen Ecuadors

So vielfältig und abwechslungsreich wie das Land ist auch die Küche Ecuadors. Jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten mit spanischen, indigenen und afrikanischen Einflüssen.

Die beiden größten Städte des Landes, Quito und Guayaquil, haben dabei die größte Auswahl an nationalen und internationalen Gerichten.

Hinweis: „Boil it, peel it or forget it.“/ „Kochen, schälen oder lieber, die Finger weg.“

Gerade beim Essen und Trinken sollten Ecuador-Reisende ein paar Grundregeln beachten:

  1. Trinken Sie nur aus versiegelten Flaschen, nutzen Sie Wasseraufbereitungsmittel und kochen Sie Flüssigkeiten ab.
  2. Achten Sie darauf, dass das Essen ausreichend gekocht oder gebraten wurde. Bei Früchten gilt „Boil it, peel it or forget it.“, also kochen, schälen oder lieber die Finger davon lassen.
  3. In guten Hotels oder Restaurants kann man das Essen in der Regel bedenkenlos genießen.
  4. Sollten Sie ein Restaurant besuchen, achten Sie darauf, ob das Trinkgeld bereits in der Rechnung enthalten ist. El Servicio, ist die Servicesteuer von 10 %.
Cuy gegrilltes Meerschweinchen

Cuy picante/ Gegrilltes Meerschweinchen

Das berühmteste Gericht der ecuadorianischen Anden ist Cuy, gegrilltes Meerschweinchen. Die Spezialität hat ihren Ursprung in der Inka-Zeit. Die besten Orte um gegrillte Meerschweinchen zu probieren sind Cuenca, Ambato und Loja. 

Fritada ist eine weitere Spezialität der Anden, für die vor allem die Stadt Latacunga bekannt ist. Fritada ist frittiertes Schweinefleisch, welches mit Choclo (einer Maisart), Llapingachos (aus Kartoffeln) und Avocado serviert wird.

Mais die Grundlage vieler Speisen

Im Anden-Hochland von Ecuador ist Mais die Basis fast aller Gerichte. Die anspruchslose und robuste Pflanze wächst gut und bildet als Fruchtstand einen großen Kolben, die gemahlenen Körner werden in den verschiedensten Formen serviert:

  • geröstet,
  • gekocht,
  • als Popcorn,
  • oder verarbeitet zu Maismehl,
  • als Grundlage von Humitas,
  • Tamales und
  • Quimbolitos.

Eine weitere Basis der Anden-Gerichte ist die Kartoffel mit rund 350 Arten, in den verschiedensten Varianten. Besonders beliebt sind die Llapingachos, eine Art Pfannkuchen aus Kartoffeln und Käse. Quinua (Reismelde) ist ein sehr proteinreiches Getreide, das oft in den Kochtöpfen des Hochlands zu finden ist.

Suppen

Ebenfalls typisch für das Hochland sind Suppen. Beginnend mit:

  • Caldos (Brühen), über
  • Sopas (dickere Brühen mit den verschiedensten Zutaten), bis hin zu
  • Locros (cremige, herzhafte Suppen),
  • Sancochos (Eintöpfe) und
  • Secos (Eintöpfe mit Reis serviert). Berühmt ist
  • Locro de papa, eine Kartoffelsuppe mit Avocado und Käse. 

Die Gerichte an der Küste zeichnen sich vor allem durch frischen Fisch und Meeresfrüchte aus. In der Region Manabi ist das bekannteste Gericht Corvina, was eigentlich Seebarsch heißt, aber mit jedem verfügbaren, weißen Fisch serviert wird. 

Ceviche

Eine weitere Spezialität im gesamten Küstengebiet ist:

  • Ceviche, Meeresfrüchte oder Fisch, in Zitronensaft mit Zwiebeln und Kräutern mariniert. Ceviche wird kalt und zusammen mit Popcorn serviert.
  • Ceviche kann mit:
  • Fisch (Pescado),
  • Muscheln (Concha),
  • Krabben (Camarones),
  • Tintenfischringen (Calamares) oder als Mix aus allem (Mixto) serviert werden. 

In Esmeraldas, an der nördlichen Küste von Ecuador, kann man den Einfluss Afrikas schmecken. Besonders Encocado, Fisch oder Krabben in einer würzigen Kokossoße, ist hier eine Spezialität. Die Region Guayas und vor allem die Stadt Playas ist bekannt für ihre Krebsgerichte. Als Ganzes gekocht und serviert ist dieser ein absoluter Gaumenschmaus. Eine weitere Spezialität ist Seco de Pollo, Huhn mit Soße und Reis serviert.

In der nördlichen Küstenregion Ecuadors ist Corviche ein typischer Snack. Corviche ist ein Kochbananen-Kloß gefüllt mit Fisch, Scrimps oder Hühnchen. Die Kugel wird auf einen Stiel gesteckt und mit Mayonnaise gegessen. 

In sämtlichen Gerichten der Küste spielen die Kochbananen und Bananen eine große Rolle. Besonders bekannt ist die Sopa de Bolas Verde, eine dicke Erdnuss-Suppe mit Klößen aus der Kochbanane. 

Am Meer kann man die verschiedensten Suppen essen. Besonders beliebt ist Encebollado, eine Brühe mit Fisch, Zwiebeln und Yuca (Maniok). Dazu werden Chifles (Chips aus Banane) und Popcorn serviert.

Die Einheimischen essen diese Suppe vor allem zum Frühstück und Mittag. Ebenfalls bekannt ist die Sopa Marinera, eine Suppe mit einem Mix aus Fisch und Meeresfrüchten.

Yuca und Piranhas

Die Gerichte aus dem Oriente von Ecuador spielen außerhalb dieser Region keine große Rolle in der Küche des Landes. 

Als Basis vieler Speisen dienen Yuca (Maniok) und Kochbananen, die mit Flußfischen wie Piranhas (lecker, aber viele Gräten), Carachama (Wels) oder Tilapia (Barsch) serviert werden.

Auch die fleischige Frucht der Chonta Palme (Pfirsichpalme) und das Fleisch von Tieren, wie Paka, Schildkröte, Gürteltier und Affe, können mitunter auf dem Essenstisch gefunden werden. Die Tiere werden nicht in den Restaurants und Dschungel-Lodges serviert, sondern vorwiegend bei lokalen Familien. 

Weiterhin findet man Pan de Yucca, ein Brot aus dem Mehl der Yuca-Wurzel (Maniok) zubereitet, in allen Regionen des Orientes.

Ayampacos ist eine Spezialität des südlichen Regenwaldes Ecuadors, vor allem in Macas. Fleisch oder Fisch wird in Bijao-Blätter eingeschlagen und gegrillt. Auch Ishpingo, ein zimtähnliches, heimisches Gewürz aus dem Regenwald, wird viel verwendet.

Die Getränke Ecuadors

Säfte können aus den verschiedensten Früchten und in den vielen Kombinationen bestellt werden. Die gängigsten Säfte sind aus:

  • Brombeere,
  • Erdbeere,
  • Orange,
  • Ananas,
  • Mango,
  • Maracuja,
  • Wassermelone,
  • Naranjilla (eine lokale Frucht, die wie eine bittere Orange schmeckt) oder
  • Papaya.

Es gibt noch viele interessante, zum Teil in Europa kaum bekannte Früchte, die man hier ausprobieren kann, wie:

  • Tomate de Arbol (Baumtomate),
  • Pitahaya (Drachenfrucht),
  • Uvilla und Guayaba (Guave).

Eine weitere Variante um die Früchte Ecuadors als Getränk zu genießen sind Batidos aus Früchten, Milch und Zucker.

Probieren! Der bittere Geschmack des Indiogetränks Chicha

Besonders bei den Indigenen Gruppen Ecuadors ist Chicha ein beliebtes Getränk. Chicha, in den Anden mit Mais hergestellt, im Amazonasgebiet mit Yucca (Maniok), ist ein fermentiertes Getränk dessen Alkoholgehalt entsprechend der Dauer der Fermentation stark variieren kann. Im Regenwald wurde Chicha früher traditionell von den Frauen hergestellt, in dem sie das Yuca (Maniok) kauten und in einen Topf spuckten. Durch die Spucke wurde das Yuca fermentiert. Heute wird diese Art der Herstellung kaum noch betrieben. Für Touristen ist der bittere Geschmack der Chicha gewöhnungsbedürftig. 

Klassiker: Kaffee, Bier, Wein und Canelazo

Kaffee bekommt man in ganz Ecuador. Aber obwohl Ecuador ein Kaffee-Exportland ist, gibt es auf dem Land noch oft nur Instant-Kaffee, der mit Milch oder Wasser gemischt wird. 

Möchte man sich mit einem kühlen Bier erfrischen, kann man zwischen den beiden nationalen Marken Pilsener und Club wählen, wobei Club vor allem an der Küste getrunken wird.

Weine kommen in der Regel aus Chile und Argentinien. Einige Restaurants bieten mittlerweile aber auch leckere einheimische Weine an; die Besten stammen von den Weingütern Dos Hemisferios von der Küste und Chaupi Estancia in den Anden. 

Das lokale Feuerwasser ist Aguardiente, Zuckerrohrschnaps.

Aber auch Rum wird viel getrunken und in den verschiedensten Qualitäten angeboten.

  • Flor de Cana und
  • Ron Abuelo sind zwei gute Beispiele. 
  • Besonders im November zum Día de los Difuntos (Allerseelen) gibt es die Colada Morada, ein dickflüssiges Getränk aus Getreide, Brombeeren und anderen Früchten. 

Das berühmteste Nationalgetränk von Ecuador ist der Canelazo. Das heiße Getränk ist typisch für die Andenregion und besteht aus:

  • Wasser,
  • Nelken,
  • Naranjillasaft,
  • starkem Aguardiente und
  • Zimt.
  • oder mit Brombeersaft.                                                                                                                                                                                                                                                                                                            

Achten Sie bei Restaurantbesuch darauf, ob das Trinkgeld bereits in der Rechnung enthalten ist. El Servicio, die Servicesteuer beträgt 10 %.